KI-Verordnung, Art. 13
Betriebsanleitung
Stand: Oktober 2026
Was Sie wissen müssen, bevor Ihr Team Kandidaten mit MirageScouting sucht, interviewt oder vergleicht. Diese Anleitung ist keine Rechtsberatung.
Anbieter
MirageScouting wird bereitgestellt von Lehel Kakonyi, Einzelunternehmen, handelnd unter der Geschäftsbezeichnung „Miragescouting.de“, Mühlenstraße 8 a, 14167 Berlin, Deutschland. Kontakt: legal@miragescouting.de.
Diese Betriebsanleitung richtet sich an Unternehmen und Recruiter, die MirageScouting nutzen, um Kandidaten zu finden, zu interviewen und zu vergleichen — auch über einen KI-Assistenten wie Claude, ChatGPT oder Gemini. Nach der EU-KI-Verordnung sind Sie damit „Betreiber“ eines Hochrisiko-KI-Systems.
Wofür das System gedacht ist — und wofür nicht
Nutzen Sie es, um:
- Kandidaten zu finden, deren Skills zu einer Rolle passen;
- strukturierte KI-Interviews zu führen, die alle Bewerbenden in derselben Form erhalten;
- Kandidaten anhand der Belege aus diesen Interviews zu vergleichen.
Nutzen Sie es nicht, um:
- eine Person allein auf Grundlage der Liste oder einer Bewertung abzulehnen oder einzustellen. Vor jeder Entscheidung prüft eine Person in Ihrem Unternehmen den Kandidaten — Profil, Belege und wo möglich ein Gespräch.
- nach einem geschützten Merkmal oder einem Ersatzmerkmal dafür zu filtern oder zu sortieren. Geschützt sind ethnische Herkunft, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter und sexuelle Identität (§ 1 AGG). Ersatzmerkmale sind etwa Name, Staatsangehörigkeit, Erstsprache, Postleitzahl und Berufsjahre — außer die Stelle verlangt das Kriterium tatsächlich und Sie können begründen, warum.
- Kandidatendaten massenhaft aus MirageScouting zu kopieren oder Kandidaten zu einem anderen Zweck als der Stelle zu kontaktieren.
Was die Skill-Level bedeuten
Jedes Level ist eine Zahl von 0 bis 10 auf derselben Skala, in vier Stufen: Anfänger, Fortgeschritten, Erfahren, Meister.
| Art | Herkunft | Wie belastbar |
|---|---|---|
| Selbst eingeschätzt | Die Person hat sich selbst eingestuft. Niemand hat es geprüft. | Nur ein Ausgangspunkt. Menschen schätzen sich unterschiedlich ein; manche zu niedrig, manche zu hoch, und das kann zwischen Gruppen verschieden sein. |
| Bestätigt | Aus dem KI-Interview der Person: Belege aus dem Gespräch, nach festen Regeln bewertet und anschließend von einer Person im MirageScouting-Team freigegeben. Mit Datum. | Stärkerer Beleg, beruht aber auf einem einzigen Gespräch. Ein Skill, der dort nicht vorkam, kann fehlen. |
Die Rangfolge einer Suche nach mehreren Skills ergibt sich (1) aus der Zahl der gesuchten Skills, die eine Person auf dem verlangten Level erfüllt, und (2) bei Gleichstand aus der Summe ihrer Level auf diesen Skills. Die Rangfolge nutzt die selbst eingeschätzten Level. Ein höherer Platz heißt „hat angegeben, bei mehr Ihrer Skills stärker zu sein“, nicht „ist der bessere Kandidat“. Bestätigte Level werden daneben gezeigt und nicht eingerechnet.
Bekannte Grenzen
- Selbst eingeschätzte Level sind ungeprüft (siehe oben).
- Ob Gruppen fair behandelt werden, ist noch nicht gemessen. MirageScouting speichert keine Daten zu Geschlecht, Alter oder Herkunft. Tests sind geplant; die Ergebnisse veröffentlichen wir in dieser Anleitung. Bis dahin ist die Rangfolge eine Hilfe für die Vorauswahl, kein Urteil.
- Belege aus dem Interview hängen von der Spracherkennung ab; starke Akzente können die Genauigkeit senken. Auch das ist noch nicht gemessen.
- Die Auswertung der Interviews ist bisher vor allem auf Englisch getestet; Tests auf Deutsch kommen hinzu.
- Wenn sehr viele Personen passen, kann eine Suche weniger Treffer zeigen, als es gibt. Die Korrektur ist für Ende Oktober 2026 geplant.
Ihre Pflichten als Betreiber (Art. 26 KI-Verordnung)
- Nutzen Sie das System so, wie es hier beschrieben ist.
- Menschliche Aufsicht: Benennen Sie die Personen in Ihrem Unternehmen, die People Scouting und Ergebnisse von KI-Interviews nutzen dürfen. Sie verstehen den Abschnitt „Was die Skill-Level bedeuten“ und prüfen jeden Kandidaten vor einer Entscheidung.
- Informieren Sie Kandidaten: Bewerbende müssen wissen, dass in Ihrem Verfahren ein KI-gestütztes System eingesetzt wird. Ihre Stellenanzeige oder Einladung sagt das. Im Interview selbst sagt es MirageScouting.
- Betriebsrat: Wenn Sie einen haben, informieren Sie ihn, bevor Sie MirageScouting einsetzen (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 und § 95 BetrVG können eine Zustimmung erfordern).
- Aufzeichnungen: Bewahren Sie Aufzeichnungen darüber, wie Sie Ergebnisse genutzt haben, mindestens sechs Monate auf.
- Erklärung auf Anfrage (Art. 86): Fragt eine Person, warum eine Entscheidung getroffen wurde, die sich auf MirageScouting stützte, müssen Sie das verständlich erklären. Jedes Ergebnis zeigt, welche Skills auf welchem Level gepasst haben; MirageScouting unterstützt Sie auf Anfrage.
- Melden Sie Probleme: vermutete Diskriminierung, falsche Level oder Missbrauch an legal@miragescouting.de.
Datenschutz
- Für Ihre Bewerbenden und Beschäftigten verarbeitet MirageScouting Daten in Ihrem Auftrag nach dem Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV, Art. 28 DSGVO).
- Für das eigene MirageScouting-Konto eines Kandidaten ist MirageScouting Verantwortlicher.
- KI-Assistenten (MCP) erhalten nie Kontaktdaten, Foto, Geburtsdatum oder Gehalt und sehen nur Kandidaten, die das ausdrücklich erlaubt haben.
Technische Voraussetzungen
- Ein aktueller Browser.
- Für KI-Assistenten: ein Assistent, der entfernte MCP-Server mit OAuth unterstützt. Server-URL: https://mcp.miragescouting.de/mcp (Anleitung unter /developers/mcp).
Änderungen
Wesentliche Änderungen daran, wie Level entstehen oder sortiert werden, kündigen wir im Produkt und in dieser Anleitung an — jeweils mit der Änderung und dem Datum, ab dem sie gilt.